Mittwoch, 1. März 2017

Nachlese Indien - ich hätte da noch ein paar Fragen und eine Antwort

1. Warum, zum Beispiel, so viele Touristen in Indien das Bedürfnis haben, sich bekleidungstechnisch ihrem Gastland anpassen zu wollen, obwohl man als Europäer im Sari immer unmöglich aussieht. Auch als Europäerin. Ich meine, wenn wir nach Domburg fahren, laufen wir doch auch nicht in Klompen herum, oder mit einem Haufen roter Bommel an einem breitkrempigen Hut im Schwarzwald, oder mit blauer Nase in Schlumpfhausen, oder, oder…

Sadhu oder Touristin? Eigentlich egal, solange man nicht erwägt, ihnen ein paar Rupien zuzustecken.

2. Was mich dagegen völlig fasziniert, mit aber gleichermaßen unerklärlich ist, ist, wie unbekümmert indische LKW Fahrer den Zustand der Reifen an ihrem ansonsten liebevoll bemalten und mit Schmuck behangenen Fahrzeug ignorieren können. Wir haben einen überholt, dessen Reifen munter auf der Felge hin und her mäanderte um im günstigsten Falle demnächst einfach abzureißen, oder mit ein bisschen Pech Feuer zu fangen und bei der Gelegenheit gleich die ganze Fuhre abzufackeln.

Kurz vor der Verschleißgrenze 

3. Warum verfolgen nicht mehr indische Ladenbesitzer die Strategie, ihre europäische Kundschaft einfach mal in Ruhe zu lassen, statt jedes Fünkchen von Interesse sofort im Keim zu ersticken, indem man auf jede erdenkliche Weise versucht, sie in den Laden zu zerren. Oder aber, wie ein findiger Indische-Tücher-Verkäufer aus Jaipur auf gewollt negative Werbung zurück zu greifen: Don’t visit my shop!

Leider kein Foto, der hat mich völlig aus dem Konzept gebracht.

4. Und hier kommt die Antwort auf die Frage, die sicher nicht nur ich mir seit vielen Jahren immer wieder stelle: wo hatte Niki de Saint Phalle eigentlich immer ihre schönen bunten Farben her?

Na, aus Pushkar!


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